Traum-Pass

Andreas Kirchgäßner

Plötzlich ist er da, klopft Sprüche, zaubert mit dem Fußball und stiehlt Ben, dem bislang unumstrittenen Superstürmer, und dessen Freund und Passgeber Armin die Show. Akono heißt er, kommt aus Nigeria, ist pechschwarz, total locker drauf und besucht seit Neuestem die achte Klasse der Albert-Schweitzer-Gesamtschule. Was Ben am übelsten aufstößt ist allerdings, dass Alexa, sein heimlicher Schwarm, diesen Akono faszinierend findet. Alexa, die stets mit der Kamera unterwegs ist und für die Medien-AG kleine Reportagen über ihre Mitschüler dreht, plant nun ihren ersten langen Film über Akonos Weg vom nigerianischen Oshogbo zum lokalen Fußball-Club. Doch schon bald gerät der junge Afrikaner in die Mühlen der Behörden und wird nach Nigeria abgeschoben. Die Schulden bei Eltern und Nachbarn, die seinen Transfer nach Europa finanziert haben, machen jedoch eine Rückkehr in seine Heimatstadt unmöglich und so versucht er, zurück nach Deutschland zu gelangen. Auf der nun folgenden Odyssee durchlebt er alle Abgründe des Flüchtlingselends. Erzählt wird Akonos Flucht – u. a. anhand von Videoaufzeich-nungen, Interviews, persönlichen Begegnungen, Mails und Telefonaten – aus der Perspektive von Ben, der mit Alexa und Armin Akonos Weg verfolgt, wodurch nicht allein sein Leben aus den Fugen gerät …
Eine hochaktuelle Geschichte, die dem Leser nahe bringt, was es heißt, auf der Flucht zu sein, erzählt von einem Autor, der ein intimer Kenner Afrikas ist.

"Traum-Pass" ist ein politisch hochaktueller, vielschichtiger Jugendroman, berührend, ja in einigen Passagen erschütternd, ein Buch, das durch stimmig entwickelte Charaktere, punktgenaue Dialoge und eine präzise, nuancierte Sprache überzeugt.
(Hartmut Buchholz, Badische Zeitung, 25.10,2016)


Akonos Geschichte [...] ist so erzählt, dass junge Leser sie auch dann verstehen und mitfiebern können, wenn sie wenig politisches Vorwissen haben. Kirchgäßner veranschaulicht Situationen, ohne Differenzierungen aufzugeben. Die Handlung ist realistisch und mutet dem Leser einiges zu. Empörende Situationen beschreibt er, ohne sie pädagogisch aufzublasen; er vertraut auf die Kraft der Handlung und seiner Sprache. Kirchgäßner ist ein hervorragendes und wichtiges Buch gelungen.
(Karl-Heinz Behr, Eselsohr - Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedien, 2/2017)