Trilogie
Wir gratulieren unserer Autorin zur Einladung für die Tage der deutschsprachigen Literatur 2013 (Lesungen um den Ingeborg-Bachmann-Preis)
Die drei Erzählungen "Brachmond" (1998), "Sternwerdungssage" (2002) und "Salzflut" (2010) haben nicht nur die Verortung in Norddeutschland gemeinsam, sondern vor allem das Wechselspiel zwischen individueller Freiheitssuche und gesellschaftlicher Normativität. Mit ihrem poetischen Stil webt Mehlhorn anhand der Zwänge gerade ländlicher Strukturen trotz Sprachknappheit ein mächtiges Werk. Es wächst von Geburt über Erwachsenwerden bis hin zum Tod durch mythische, abergläubige und zum Teil religiöse Motive, deren Gegenwärtigkeit nur metatextuell hinterfragt werden soll: Zweiköpfige Zwillinge, Hundsmenschen oder mehrschweifige Kater sind hier gegenwärtig und ziehen den Leser in einen einzigartigen Bann.
„Weithin findet sich keine Literatur, die das Unglück des Daseins auf so knappen Raum mit solch wütender Radikalität auf das Drama des Einzelnen bezieht.“ (Neue Zürcher Zeitung)
„Ihre Bücher wären kaum so eindrucksvoll, fehlte ihnen Mehlhorns Wortkunst. Zum gescheiten Sinnspruch tendierend, besitzen ihre knappen Sätze eine Assoziationsdichte, wie man ihr sonst nur in der Lyrik begegnet.“ (Süddeutsche Zeitung)