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Der Überdruss

  Der Überdruss
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ISBN 9783895022722
Preis: €29,90

Seitenzahl 816
Einband Gebunden mit Schutzumschlag
Abbildungen ohne
Erscheinungsjahr 2009









Cover zum Download (2,49 MB)




Mo Yan

Mo Yans neuer Roman beginnt am 1. Januar 1950 in der Hölle. Kurz zuvor ist durch Mao Tsetungs Landreformbewegung die traditionelle Ordnung des ländlichen China abgeschafft worden.

„Wenn ich einen Nobelpreis verleihen dürfte, ginge er an Mo Yan.“ Kenzaburo Oe

Zwei Jahre lang hat Fürst Yama, der Herrscher der Unterwelt, den Grundbesitzer Ximen Nao jeder möglichen Folter unterworfen, um ihn zu zwingen, die Anklagepunkte zu akzeptieren, die zu dessen Hinrichtung durch die Kleinbauern führten. Aber Ximen Nao beteuert hartnäckig seine Unschuld.

Widerwillig lenkt Yama schließlich ein und erlaubt Ximen, auf die Erde zu seinem früheren Besitz im verarmten Shandong zurückzukehren. Aber als dieser dort ankommt, findet er zu seiner Enttäuschung heraus, dass er nicht als Mann wiedergeboren wurde, sondern als Esel. Mit den Augen des Tieres verfolgt er nun das Schicksal seiner früheren Familie, seiner Freunde, Rivalen und Feinde. Weitere Wiedergeburten lassen ihn zu einem Stier, einem Schwein, einem Hund und einem Affen werden und schließlich zu einem Jungen mit
großem Kopf, der ein verblüffendes Gedächtnis und ein Talent für Sprachen hat. Aus der derben und außerordentlich unterhaltsamen Perspektive eines jeden Charakters – sowie von Mo Yan selbst, der immer wieder unterbricht, um Ereignisse zu kommentieren – erzählt dieser Roman die letzten 50 Jahre der stürmischen Geschichte Chinas.

„Der Überdruss“ ist dazu bestimmt, ein Klassiker der gegenwärtigen Literatur zu werden.

»Mo Yan ist einer der bedeutendsten Autoren der chinesischen Gegenwartsliteratur.« Ruth Keen, Neue Zürcher Zeitung

Es scheint mir um die Moral der Chinesen so bestellt zu sein, wie es mir ein gut befreundeter Artgenosse sagte, als ich später als Hund wiedergeboren unter den Menschen lebte. Er war Wachhund der städtischen Leichenhalle, deutscher Schäferhund mit schwarzem Deckhaar, viel herumgekommen und immer redselig. Er fasste es so zusammen: In den Fünfzigern waren die Leute unverdorbener, in den Sechzigern von einem manischen Fanatismus besessen, in den Siebzigern verzagte Feiglinge, in den Achtzigern verkamen sie zu Schnüfflern und Intriganten. Seit den Neunzigern aber besitzen sie ein nicht zu überbietendes Maß an Ruchlosigkeit.«



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