Der Traum vom Jahrtausend der indigenen Völker
Gernot Schley
Noch immer werden sie entdeckt, und schon sterben sie wieder aus: Indianer, wie wir sie nennen, Indígenas, wie sie meist von Ethnologen bezeichnet werden. Allein in den Regenwäldern Brasiliens leben noch 55 Ethnien, die keinen Kontakt zu Weißen haben, stellte die brasilianische Indianerbehörde Funai in ihrer neuesten Enzyklopädie fest. Sie leben in den Wäldern Amazoniens, einem Gebiet etwa acht- bis zehnmal mal so groß wie Deutschland, der einzigen Region in dieser Größe, die noch nicht gänzlich erforscht ist und weitgehend unberührt von Zivilisation und Umwelteinflüssen. Und natürlich haben auch Schley und sein Team nicht völlig neue Völker ausfindig machen können und wollen. Aber vor wenigen Jahren waren auch die Katukina noch unbekannt, die Waiapi, die Arara; Ethnien, die ihre Kulte und Riten noch bewahrt haben. Sie waren das eine Ziel der kleinen Expeditionen, das andere waren die Indígena in Ländern wie Bolivien, Peru oder Ecuador, in denen sie sogar die Mehrheit der Bevölkerung stellen, aber keine Macht haben und über sich ergehen lassen, was eine dünne Oberschicht verordnet. Auch von diesen Indìgenas handelt das Buch, von ihren Mythen und Kulten, ihrer Todessehnsucht und ihrem Überlebenskampf -und vor allem von dem Traum, dass das dritte Jahrtausend das Jahrtausend der Indigenas werde. |