Monströser Fetisch Kapital
"Geld ohne Wert" – das letzte Buch von Robert Kurz ist erschienen
... Der am 18. Juli verstorbene Robert Kurz hat in seinem neuen, nun posthum erschienenen, Buch "Geld ohne Wert" die gegenwärtige bürgerliche Volkswirtschaftslehre erbarmungslos seziert. In der Hauptsache setzt er sich jedoch mit der "Neuen Marx-Lektüre" und ihrem profiliertesten Vertreter Michael Heinrich ... auseinander. Für Kurz ist er ein "postmoderner Revisionist". ... Der Autor bleibt sich auch in seinem letzten Werk treu, indem er keine Alternativen aufzeigt, Klassenkämpfe lediglich als Verteilungskämpfe innerhalb des kapitalistischen Systems wahrnimmt und die Möglichkeit einer Eliminierung der strukturellen Krise durch staatliche Lenkungsmaßnahmen strikt verneint. Immerhin betont er den repressiven Charakter der "abstrakten Arbeit" und kommt zu dem Schluß, daß "die Arbeitsverwaltung und Hartz IV in der BRD" autoritärer walteten als die untergegangene DDR-Bürokratie. Die von zahlreichen Noch-Linken angestrebte Krisenmitverwaltung könne nur zur Komplizenschaft mit der »bürokratischen Sterbehilfe für die Massen der kapitalistisch Unbrauchbaren« führen. Am Ende des Buchs steht ein zutiefst pessimistischer Ausblick. Kurz sieht als Ergebnis des Kapitalfetischs eine "verdinglichte Opferbewegung, die im Resultat alle zivilisatorischen Elemente der bisherigen menschlichen Geschichte zurücknimmt." Gerd Bedszent, Junge Welt, 18.08.2012
Kapitalismus als Opferreligion
"Kurz' ... Weiterführung der Marxschen Theorie ... entwickelt eine narrative Wucht, der man sich nicht entziehen kann. Das ist weniger als eine Strategie, aber mehr als eine bloße Idee. Gegen den Kapitalismus in Stellung gebracht könnte sie wirklich zum polizeiwidrigen Ärgernis für die herrschende Ordnung werden." Florian Schmid, Neues Deutschland, 30.08.2012










