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Zusammenbruch der Peripherie

Gescheiterte Staaten als Tummelplatz von Drogenbaronen, Warlords und Weltordnungskriegern

Gerd Bedszent

Seit dem Bürgerkrieg des Jahres 2011 werden weite Teile Libyens von Stammesmilizen und islamistischen Gruppen kontrolliert. Im Saharastaat Mali konnte eine Abspaltung des Nordens vom dominierenden Süden des Landes nur durch eine westliche Militärintervention verhindert werden. Weite Teile Mexikos und der südlichen Nachbarstaaten stehen faktisch unter Kontrolle von Drogenkartellen; zwischen ihnen tobt seit Jahren ein blutiger Krieg um Vertriebswege und Marktanteile. Im unter der Schirmherrschaft westlicher Militärs gegründeten Staat Kosovo blüht das organisierte Verbrechen. Der ehemaligen Sowjetrepublik Ukraine droht derzeit eine Zerreißprobe zwischen westeuropäischen und russischen Wirtschaftsinteressen.
Der vorliegende Band dokumentiert anhand von acht aktuellen Beispielen den Zerfall einstmals funktionierender Volkswirtschaften in von mafiotischen Netzwerken, Warlords und Gotteskriegern kontrollierte Territorien, in denen eine Staatsgewalt höchstens noch simuliert wird.

Gibt es eine gemeinsame Ursache für diese unterschiedlichen Zusammenbruchsszenarien? Sind militärische Einsätze westlicher Weltordnungskrieger wirklich ein geeignetes Mittel, den Absturz einstmals funktionierender Nationalökonomien in die poststaatliche Barbarei zu verhindern? Oder ist der »Zusammenbruch der Peripherie« ein global wirkender Prozess und als solcher der inneren Logik einer auf Warenproduktion beruhenden und von westlichen Zentren dominierten Weltökonomie geschuldet?


Spannend und einprägsam. (Klaus Jetzt, Weltsichten)

Das vorliegende Buch bietet nicht nur eine fundierte Darstellung unterschiedlicher Krisenregionen, sondern verweist auch nachdrücklich auf einen weitgehend unbeachteten Aspekt – die zunehmende Verschränkung staatlicher Institutionen und nichtstaatlicher Gewaltakteure als Ausdruck einer umfassenden autoritären Transformation der Welt(un)ordnung. (Joachim Maiworm, junge welt)

Die länderspezifischen Darstellungen hüten sich vor jedweder platten Generalisierung – und sie benennen auch die verheerenden Folgen der neoimperalen Politik der Zentren gegenüber der Peripherie, die die Krisenprozesse beschleunigte. (…) Die durchweg verständlich formulierten Texte bieten den geneigten Leser_innen auch schlicht die Möglichkeit, viele Wissenslücken zu schließen, da die Geschichte der von der Öffentlichkeit zumeist unbeachteten Weltregionen skizziert wird. (Thomasz Konicz, analyse & kritik)

Die Berichte über einzelne Länder sind mit detaillierter Sachkenntnis und differenziertem Urteil geschrieben. (Reiner Diederich, BIG Business Crime)

Für eine kritische Linke, die die zahlreichen Schreckensmeldungen zu einem kohärenten Bild zusammenfügen möchte, ist das Buch von Gerd Bedszent empfehlenswert. (Sebastian Müller, Graswurzel)


Blick ins Buch unter:
www.blickinsbuch.de/center/cm/cm_cm.php?djMxNTY9NTExMTIwMDgxNiZ2ODMxMj1ibGlja2luc2J1Y2guZGUmdjczNzY9OTc4Mzg5NTAyMzgwNCZmbGFzaD0x

 

Bedszent: Zusammenbruch der Peripherie
ISBN 978-3-89502-380-4
192 Seiten, Klappenbroschur
Erscheinungsjahr 2014

Preis 16,90 €
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