« zurück

EXIT! 13

Krise und Kritik der Warengesellschaft

Redaktion EXIT!

In der Krise der dritten industriellen Revolution wird nun einem stetig anschwellenden Teil dieser kapitalistisch domestizierten und disziplinierten Menschheit nicht einmal mehr die sekundäre ›Würde in der Entwürdigung‹ als einem regulären Subjekt abhängiger Arbeit zugestanden: In einem gewaltigen Schub der Entwürdigung zweiter Ordnung nimmt ihnen das Weltsystem die letzte Hoffnung auf ein halbwegs erträgliches Dasein, ohne sie jedoch auch nur im mindesten aus seinen Klauen zu lassen und ohne dass sie selber sich überhaupt noch ein anderes Dasein vorstellen könnten. Diese Paradoxie eines globalen Verhältnisses, in dem der größere Teil der Welt ökonomisch ›überflüssig‹ wird und dennoch in der Form des modernen warenproduzierenden Systems festgenagelt bleibt (auch in der eigenen Subjektform), versetzt ganze ehemalige Nationalökonomien und ihre Bevölkerungen in den Status von institutionellen Bettlern und Vagabunden, die man weder leben noch sterben lässt …
Der Terminus des ›Wirtschaftsflüchtlings‹, von den demokratischen Administrationen des Elends in herabsetzender Weise kreiert, fällt dabei auf seine Urheber zurück, indem er auf den weltumspannenden Ökonomismus des Kapitals als generellen Fluchtgrund verweist. Es sind immer nur abgeleitete Formen dieses Urgrunds aller modernen Katastrophenpotenz und Verzweiflung, die in verschiedenen Abstufungen die Kategorien der Fluchtgründe und Flüchtlinge bilden. Die ›Kriegsflüchtlinge‹ werden von jenen sogenannten Wirren, den Plünderungs- und Elendskriegen getrieben, die doch nichts anderes als die Folge des Scheiterns ganzer Weltregionen an den Kriterien kapitalistischer Konkurrenz sind. Die ›Armutsflüchtlinge‹ drücken denselben Fluchtgrund nur direkter aus. Massenhaft werden Menschen auch mit brachialer … Gewalt von ihrem Stück Land vertrieben, um es in Exportfarmen von Genussmitteln für den Weltmarkt und seine Besserverdienenden umzuwandeln.

Die Abhandlungen illustrieren, was (...) von Robert Kurz kategorial bearbeitet wird: „Ausgrenzungsimperialismus“, der „imperiale Apartheid“ und „eine Welt voller Flüchtlinge“ hervorbringt, sowie als Konsequenz den „globalen Ausnahmezustand“ als „Normalzustand“, d.h. die Gültigkeit des Rechts nur für die noch Verwertbaren. (Arnold Schölzel, junge welt)

 

Weitere Bücher von Redaktion EXIT!

Exit! No. 6  2009EXIT! 10EXIT! No. 9 2012EXIT! No. 8 2011EXIT! No.7 2011EXIT! No. 4  2007EXIT! 11EXIT14EXIT! 12
EXIT! 13
ISBN 978-3-89502-400-9
192 Seiten, broschiert
Erscheinungsjahr 2016

Preis 13,00 €
in den Warenkorb
Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt. und ohne Versandkosten